Vienna School of Interdisciplinary Dentistry

Education in Occlusion Medicine

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A

Abdruck / Abformung

zahnärztliches Verfahren zur möglichst exakten Duplikation von Bereichen der Kiefer oder Zähne, welches später die Mundsituation auf einem sogenannten Modell außerhalb des Mundes wiedergibt.

Artikulator

Gerät zur Simulation von Kiefergelenksbewegungen. Gipsmodelle des Oberkiefers und des Unterkiefers werden in den Artikulator montiert und so kann außerhalb des Mundes eine exakte Nachahmung der natürlichen Kaubewegungen und des Dentalstatus dargestellt werden.

Der Zahnarzt kann damit Okklusionsprobleme erkennen und die nötigen Behandlungsschritte für ein problemloses Funktionieren des Kauorgans einleiten.
Die Anwendung von Artikulatoren ist vor allem zur Anfertigung von partiellem oder komplettem Zahnersatz und während der Funktionsanalyse unerlässlich.

Aufbissschiene

Auch Okklusionsschiene, Knirscherschiene, Entspannungsschiene genannt. Eine Aufbissschiene ist eine individuell angepasste, herausnehmbare und temporäre Kunststoffschiene die bei mangelnder Auflage der Kauflächen des Gegenkiefers eingesetzt wird. Aufbissschienen werden meist im Unterkiefer eingegliedert. Ziel der Therapie mittels einer Aufbissschiene ist die Erleichterung bzw. Beseitigung von Über- und Fehlbelastungen der Zähne und der Kiefergelenke.

 

Axiographie

Aufzeichnung von Bewegungsspuren des Unterkiefers bzw. der Kondylen (Scharnierachse). siehe Condylographie

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B 

Bruxismus

Bruxismus ist das Zähneknirschen oder Aufeinanderpressen der Zähne. Meist tritt es nachts während des Schlafens oder auch tagsüber meist unbewusst auf. Hauptursachen für Bruxismus sind psychischer und emotionaler Stress und Anspannungen, aber Auslöser können auch schlafbedingte Atmungsstörungen, Nikotin, Alkoholkonsum oder Medikamente sein. Durch diese Überbelastung kann es zu einer Zerstörung der Zahnhartsubstanz kommen, die Zähne werden dann schmerzempfindlich. Bruxismus kann mit Hilfe des BruxChecker, einem einfachen diagnostischen Werkzeug festgestellt werden Die Folge ist eine Überlastung der Zähne, des Zahnhalteapparats und/oder eine übermäßige Abnutzung und Verletzung der Zahnhartsubstanzen. Durch diese Prozesse können die Zähne empfindlich und schmerzhaft werden. Abhilfe kann eine Knirscherschiene schaffen, die durch einen qualifizierten Zahnarzt angefertigt werden muss.

 

Bennett - Bewegung

(Bennet, Londoner Kieferchirurg, 1870-1947); darunter wird seitliches, räumliches Versetzen des Unterkiefers während der Seitwärtsbewegung (sog. Lateralbewegung o. Laterotrusion) verstanden. Es kommt dabei zu einem seitlichen Versetzen des Laterotursionskondylus bei einer Laterotrusionsbewegung. Das Kiefergelenksköpfchen (Kondylus) der Laterotrusionsseite ("Arbeitsgelenk", "Arbeitskondylus", Funktionsgelenk, "ruhender Kondylus", s. Abb.) kann - bedingt durch die Anatomie des Kiefergelenks - folgende Bewegungen erfahren:   zur Seite und nach vorne = Lateroprotrusion   zur Seite und zurück = Lateroretrusion   zur Seite und nach oben = Laterosurtrusion   zur Seite und nach unten = Laterodetrusion Diese Bennett-Bewegung kann sofort und gleichzeitig am Anfang der Seitwärtsbewegung einsetzen, oder langsam mit der Seitwärtsbewegung einsetzen:   initiale Bennett-Bewegung ("immediate side shift")   progressiven, verteilte Bennett-Bewegung ("progressive side shift", "distributed side shift")   ein "early side shift" soll ausdrücken, dass die Mundöffnung mit einer leichten Seitwärtsbewegung beginnt (sog. "initiale Laterotrusionsbewegung")  (Quelle: zahnlexikon-online.de)

 

Bennett – Winkel

Mediotrusionswinkel, Winkel zwischen Pro- und Mediotrusionsbahn des schwingenden Kondylus, auf die Horizontalebene (= horizontale Mediotrusionsbahn) projiziert, engl.: Bennett's angle; (Londoner Kieferchirurgen Bennet, 1870-1947). Dieser von der Definition her als "schwierig" zu beschreibende Winkel beruht auf einer Eigenart des Kiefergelenks beim Kauakt: Bei einer reinen Vorschubbewegungen beschreiben die beiden Kondylenmittelpunkte u.a. eine gleichmäßige in ventraler Richtung (bauchwärts) verlaufende Bahn. Bei einer Seitwärtsbewegung (Laterotrusion, z.B. zum Kauen) bewegt sich der Kondylus der Mediotrusionsseite ("Balanceseite") nach ventral und medial (sog. schwingender Kondylus). Dabei stellt der andere Kondylus das Bewegungszentrum (Arbeitsseite, sog. ruhender Kondylus) das Bewegungszentrum dar. Der Bennet-Winkel ist nun der auf eine Horizontalebene gemessene Winkel zwischen der Aufzeichnung einer reinen Vorschubbewegung in Sagittalrichtung (Protrusionsbewegung) und einer seitlichen (lateralen) Bewegung des "schwingenden Kondylus" auf der Balanceseite. Die Bahn dieses Kondylus wird jeweils durch eine Gerade beschrieben, die Anfang und Ende der Kondylenbahnaufzeichnung verbindet. Dieser Winkel liegt im Mittel bei ca. 10 - 15 Grad.  (Quelle: zahnlexikon-online.de)

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C 

Condylografie

Eine Condylografie ist bei der umfangreichen Befunderhebung und Diagnostik von craniomandibulären Dysfunktionen notwendig. Bei der Condylografie werden die Bewegungsabläufe der Kiefergelenke dreidimensional aufgezeichnet.

 

Condylus

mandibulae, Kondylus, Capitulum mandibulae, Gelenkköpfchen, Gelenkkopf, Kiefergelenkköpfchen,
beweglicher, walzenförmiger Anteil des Kiefergelenks, welcher an der Spitze des Gelenkfortsatzes (Processus condylaris) des Unterkiefers sitzt. Artikuliert direkt mit der Gelenkzwischenscheibe (Discus) und indirekt mit der Gelenkpfanne (Fossa mandibularis) Bei Gewalteinwirkung ist sein Ansatz zum Unterkiefer (Collum mandibulae) einer der bruchgefährdeten Teile des Unterkiefers ("Collumfraktur"). Unter einem "schwingenden Kondylus" versteht man das Gelenkköpfchen der Balanceseite; der "ruhende Kondylus" ist derjenige der Arbeitsseite ( Bennet-Winkel, Mediotrusionsseite   (Quelle: zahnlexikon-online.de)

 

CMD (cranio-mandibuläre Dysfunktion)

(Funktionsstörung; kranio = abgeleitetes Wortteil für Schädel oder Kopf, mandibula = Unterkiefer),

Fehlfunktion im Bereich aller Strukturen, die die Position des Unterkiefers zum Oberkiefer bestimmen und steuern; Sammelbezeichnung für einen vielfältigen Komplex von Erkrankungen des Kausystems, welche in einem Bezug zu Symptomen im Kopf-Hals-Nackenbereich stehen, wie z.B:

  • migräneartiger evtl. chronischer Kopfschmerz

  • Trigeminusschmerzen / Gesichtsschmerzen

  • Schmerzen und/oder Verspannungen im Bereich der Nacken – und Schultergürtelmuskulatur

  • Nackensteifigkeit

  • Myalgien im gesamten Verlauf der Rückenmuskulatur

  • Bandscheibenprobleme

  • Statische Probleme im Bereich der Lende, Hüfte oder Knie

  • Verletzungsanfälligkeit bei Leistungssportlern

    Zur Diagnose werden neben der klinischen und instrumentellen Funktionsanalyse, bildgebende Verfahren (auf der Röntgentechnik basierend, Magnetresonanzverfahren, Ultraschallverfahren (Sonographie) endoskopische Methoden (Arthroskopie)) und konsiliarische Verfahren (zur Abklärung psychischer und orthopädischer Faktoren (insbesondere die Halswirberlsäule)) eingesetzt.

    Zur Diskussion stehen zwei Therapieansätze: Ein somatischer und ein psychischer. Der somatische Ansatz konzentriert sich auf Veränderungen der Okklusion, Schienentherapie, Medikation und chirurgische Maßnahmen, der psychische Ansatz setzt auf Heimübungen, Stressmanagement, Aufklärung, Biofeedback, Hypnose und Verhaltenstherapie. In einer kontrollierten, randomisierten Studie (Journal of Orofacial Orthopedics/Fortschritte der Kieferorthopädie, 04/2002: 259-260) wurden 124 Patienten mit CMD zwischen 18 und 70 Jahren in zwei Gruppen unterteilt. Die eine Hälfte wurde mit Patientenaufklärung, Physiotherapie, Schienentherapie und Medikation, die andere mit dreimal einstündigen Aufklärungssitzungen, Anleitung zum Stressmanagement, Entspannungsverfahren und einem individuell entwickelten Heimübungsprogramm behandelt. Der Erfolg der Therapien wurden nach sechs Wochen sowie sechs und zwölf Monaten miteinander verglichen. Es zeigte sich, dass die Patienten aus der Heimübungsgruppe zu allen Zeitpunkten hinsichtlich fast aller Parameter signifikant besser abschnitten.  (Quelle: zahnlexikon-online.de)

 

Craniomanibuläres System

Das Craniomandibulären System (CMS) umfasst alle Organe, Muskeln und Nerven des Kopf- und Schulterbereichs die auf das Engste zusammenspielen. Fehlbelastungen der Kaumuskulatur und der Kiefergelenke, aber auch Fehlhaltungen des Stütz   und Halteapparates können zu schmerzhaften Symptomen führen.

Organe des Kopf-und Schulterbreichs:

  • Zahnhalteapparat (Parodontium)

  • Kauorgan (Zähne, Kiefergelenke, Kaumuskeln)

  • Schluckorgane (Schluckmuskeln)

  • Sprachorgane (Sprechmuskeln)

  • Mimische Ausdrucks- und Kontaktorgane (Mimische Muskeln)

  • Hörorgane (Ohren)

  • Sehorgane (Augen)

  • Riechorgane (Nase)

  • Zentrales Schaltorgan (Gehirn, Impulsvernetzung über Sensoren und Nerven)

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D 

Dysgnathie

Unter Dysgnathien versteht man eine Zusammenfassung von Fehlentwicklungen der Zähne, der Kiefer und/oder des Kausystems. Die Anomalien können die Zahnstellung, die Verzahnung, die Kieferform, die Lage der Kiefer zueinander oder den Einbau der Kiefer in den Schädel betreffen und als Folge davon ästhetische wie funktionelle Beeinträchtigungen verursachen

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F 

Funktionsanalyse / funktionelle Gebissanalyse

Untersuchung zur Feststellung bzw. zum Ausschluss von Funktionsstörungen im Kauorgan

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G 

Gnathologie

Lehre vom Kiefer, insbesondere seiner Funktionen; Bei Behandlungen unter gnathologischen Gesichtspunkten werden die Zähne, aber auch die sie umgebenden Strukturen, die Muskulatur, Bänder und knöcherne Anteile, wie z.B. das Kiefergelenk berücksichtigt. ES werden die Strukturen und Funktionen untersucht.  (Quelle: gzfa.de)

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K 

Kiefergelenk

Das menschliche Kiefergelenk liegt in einer Mulde an der Schädelbasis direkt vor dem knöchernen Gehörgang. Es ist ein Dreh- Gleitgelenk, das von einer Gelenkkapsel umgeben ist. Das Kiefergelenk ist das einzige Gelenk des Körpers, das sich in 3 Achsrichtungen bewegen kann.  (Quelle: cmd-zahaerzte.com)

 

Kiefergelenkbeschwerden

gelten als die häufigste Ursache für atypische und unerklärliche Symptome.
Als Folge von temporomandibulären Störungen kommen folgende Symptome auftreten: Nackenbeschwerden Migräne Tinnitus Fibromyalgie oder auch psychosomatischen Erkrankungen

 

Kieferorthopädie

Bereich der Zahnheilkunde, der sich mit der Behandlung von Zahnfehlstellungen beschäftigt.

 

Kondylenbahn

dreidimensionale Bewegung des Condylus im schädelbezogenen Koordinatensystem mit Unterteilung in: horizontale Kondylenbahn: Bewegungsbahn des Condylus auf die Horizontalebene projiziert frontale Kondylenbahn: Bewegungsbahn des Condylus auf die Frontalebene.

 

Kondylenposition (Zentrik)

Bezeichnung für die Lage der Kiefergelenkköpfchen in der terminalen, d.h. der am weitesten hinten gelegenen Scharnierachsen position. Die Kiefergelenkköpfe befinden sich im Zenith der Gelenkgrube.

 

Kondylus

Kiefergelenkskopf

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M

Malokklusion

Stehen die Zähne nicht in korrekter Verbindung zueinander, verschiebt sich der Unterkiefer beim Schließen automatisch in eine neue Position, um die Fehlstellung der Zähne auszugleichen. Daraus resultiert der Zustand der Malokklusion.

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O

Okklusion

Der Kontakt der Zähne des Oberkiefers mit denen des Unterkiefers. Die Kontaktpunkte bilden die Okklusionsebene.

Es wird unterschieden:
Statische Okklusion – Zahnkontakte ohne Bewegung des Unterkiefers. Die statische Okklusion wird unterteilt in habituelle, zentrische und maximale Okklusion.
Dynamische Okklusion – Zahnkontakte, die in Folge einer Bewegung des Unterkiefers entstehen. Die dynamische Okklusion wird unterteilt in Frontzahnführung, Eckzahnführung und Gruppenführung